„Sexualität ist trotz aller Vergesellschaftung nicht ohne Körper zu denken. ... Körper handeln in der Sexualität  ...“ (Sielert, 2015)

 

Die Weiterbildung sensibilisiert Jugendarbeiter*innen für den Umgang mit sexuellen Themen in der Praxis und legt einen spezifischen Fokus auf Erfahrungen durch Körperarbeit. 

Um Jugendarbeitende zu befähigen, Jugendliche in ihren Kompetenzen im Bereich Körper, Sexualität und Beziehung zu stärken, wird in dieser körperorientierten Sexuellen Bildung der Körper ins Zentrum gesetzt. Weil es Körper sind, die in der Sexualität handeln, spüren und erleben, ist es wichtig, diese körperlichen Erfahrungen als Professionelle zu reflektieren.

Das Angebot basiert unter anderem auf der Definition von sexueller Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation WHO:


[Sexuelle Gesundheit] ist ein Zustand des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität und nicht nur das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen. Sexuelle Gesundheit setzt eine positive und respektvolle Haltung zu Sexualität und sexuellen Beziehungen voraus sowie die Möglichkeit, angenehme und sichere sexuelle Erfahrungen zu machen, und zwar frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt. Sexuelle Gesundheit lässt sich nur erlangen und erhalten, wenn die sexuellen Rechte aller Menschen geachtet, geschützt und erfüllt werden.

 

 Folgende vier Kompetenzbereiche werden angesprochen

  • Fachkompetenz: Wissen über sexuelle und reproduktive Gesundheit, Wissen um sexuelle und geschlechtliche Identitäten und sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und Lebensformen, Wissen über Körperlichkeit und sexuelle Entwicklung, Wissen über die aktuelle gesell­schaftliche Situation und Lebenslagen von jungen LGBT-Menschen

  • Methodenkompetenz: Körperorientierung in der Sexuellen Bildung, Förderung der Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt 

  • Sozialkompetenz: Sprache zu sexuellen Themen finden, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit im Bereich der sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten

  • Selbstkompetenz: Reflexion und Umgang mit Widersprüchen und Unsicherheiten, eigene sexuelle Biografie kennen lernen und Gefühle, Vorurteile, Haltungen und Werte bezüglich sexueller und geschlechtlicher Vielfalt reflektieren

 

Ein Anliegen der Weiterbildung ist es, Raum für Austausch und die Bearbeitung von Beispielen aus der Praxis zu ermöglichen. Den Professionellen in der Jugendarbeit wird damit ein integriertes Bildungskonzept aus Wissensvermittlung, Sensibilisierung, Körperarbeit und Praxisbezug vorgelegt. 

 

Methoden

Der ganzheitliche Bildungsbegriff bildet die Grundlage des Angebots. Es wird mit vielfältigen Methoden aus der Sexuellen Bildung/Sexualpädagogik der Vielfalt (queere Sexualpädagogik), der Inklusionspädagogik, der intersektionalen Pädagogik und mit Methoden aus der Körperarbeit gearbeitet. Hier werden insbesondere modifizierte Methoden aus dem klinisch-sexologischen Ansatz Sexocorporel (Modell sexueller Gesundheit), Achtsamkeitstraining, Theater- und Bewegungspädagogik, Muay Thai (Kampfsportart) und aus der Beckenbodenmethode Cantienica eingesetzt.

 

 Zum Beispiel:

·      Experimente mit Muskeltonus, Bewegung, Rhythmus und Atmung. Hier werden z.B. Atem und Stimme als Ressource des Körpererlebens erforscht. 

·      Ebenen von Körper, Leib, Kognition und Emotion werden einzeln und ihren Zusammenhängen beobachtet und körperlich-leiblich erfahren. 

·      Den Körper als Spiegel von Gedanken, Emotionen und leiblichen Empfinden erleben. Hier die eigenen Werte- und Normen in Bezug auf Sexualität reflektieren. 

·      Leibliche Empfindungen und deren Bedeutung für das Handeln in professioneller Beratung und Sozialer Arbeit reflektieren - mit eigenen Ängsten, Unsicherheiten und Scham auseinandersetzen, auch die Beschäftigung mit der individuellen Körperbiografie und der sexuellen Biografie kann hier unterstützen.

·      Wahrnehmung und Wertschätzung des Körpers (Wahrnehmung von aussen und innen /leibliches Spüren)- Körperwahrnehmungen und Körpererleben als zwei Elemente (geschlechtsbezogener) Identitäten erfahren.

 

Ziele

  • Den Körper bewusst einsetzen (z.B. spielerische Gang- und Haltungsübungen, Atemtraining, Experimente mit Rhythmus, Bewegung und Muskelspannung etc.) um Sicherheit und Präsenz bei sexuellen Themen zu erlangen.

  • Reflexion unbewusster und unwillkürlicher Prozesse auf der Körperebene, Umgang mit eigenen Ängsten, Unsicherheiten und Widersprüchen, Gestaltung von Nähe und Distanz, Auseinandersetzung mit eigenen Grenzen.

  • Wissen über die Vielfalt von Geschlechtsidentitäten, sexueller Orientierungen und über die Pluralität von Lebensformen, sowie die Reflexion persönlicher Werte und Normen.

  • Wissen über sexuelle Entwicklung, Verhütung, Sexualpraktiken, sexuelle Lust und Begehren.

  • Sprache über sexuelle Themen entwickeln.

  • Kompetent Begleiten, Beraten und Handeln bei sexuellen Anliegen und Themen der Jugendlichen: Geschlechtsidentität, sexuelle Identität, sexuelle Selbstbestimmung, sexuelle Lust und Begehren, Beziehung, körperliche Veränderungen, sexuelle Rechte, sexuelle und reproduktive Gesundheit.

 

Das Angebot ergibt sich aus den Bedürfnissen, Erwartungen und der Zusammensetzung der Adressat*innen. Je nach Anfrage und Bedürfnissen werden das Angebot individuell gestaltet und Ziele gemeinsam festgelegt.

 

Folgende Formate stehen zur Verfügung:

           

·      Informationsveranstaltungen 

·      Vorträge

·      Tages- und Zweitagesseminare (Wochenendseminare)

·      Workshop (wiederholende und/oder aufbauende Einheiten möglich)

 

Die Kosten sind abhängig vom gewünschten Angebot. Im Rahmen jeder Auftragsanfrage erstelle ich eine detaillierte Offerte.

Ein Weiterbildungsangebot für Jugendarbeiter*innen

Körper handeln, spüren und erleben in der Sexualität

Die körperliche Dimension in der Sexuellen Bildung  


Beratung für Professionelle der Sozialen Arbeit

Gerne berate ich Sie und Ihr Team individuell in den Bereichen sexuelle Gesundheit, Verhütung, Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten (STI), sexuelle Gewalt, Schwangerschaft (-sabbruch), Liebe, Sexualität, Lust / Frust & Beziehungen. Gerne gestalte ich mit Ihnen ein individuelles Programm. Kosten nach Absprache.


Workshop für Professionelle der Sozialen Arbeit

«(Geschlechts-)körper in Bewegung. Die körperlich-leibliche Dimension als ein Aspekt in der Sexuellen Bildung» 

Das Angebot richtet sich an Sozialarbeitende, die Interesse haben sich mit sexuellen Themen auseinanderzusetzen. Der Workshop erweitert die (üblicherweise) kognitiven Zugänge zu Sexualitäten mit einem körperlich-leiblichen Zugang. Die individuelle Wahrnehmung und das leibliche Spüren stehen im Zentrum. Dies ermöglicht ein Lernen über den Körper und ein Lernen des Körpers - Lernformen, die für die Sexuelle Bildung, in der es um Sexualitäten und Körper geht von Belang sind. Eine Auseinandersetzung mit der eigenen sexuellen Position kann uns als Sozialarbeitende im Umgang mit sexuellen Themen stärken. Im Workshop spüren, nehmen wir wahr, erleben, beobachten, reflektieren und handeln wir, um uns als (a)sexuelle Person kennen zu lernen.

→ Aktuelle Termine

Alle Angebote sind für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, unterschiedlicher und vielfältiger sexueller und geschlechtlicher Identitäten und Begehrensweisen. Für trans*-, inter- und cis-Menschen und für Menschen mit homosexuellen, heterosexuellen, bisexuellen, pansexuellen, queeren und polyamorösen Begehren. 

Meine Praxis ist mit einem Aufzug zugänglich und mit einem Rollstuhl befahrbar.